Das Glück der Erde – Redensarten des Glücks

Die Herkunft bekannter Sprichwörter

Über den Ursprung und die Definition von Glück haben sich schon viele Menschen den Kopf zerbrochen – zumindest beweist das die Vielzahl an unterschiedlichen Sprichwörtern, die noch heute Teil des deutschen Sprachgebrauchs sind. So unterschiedlich die Erklärungen manchmal auch sein mögen, die vier folgenden Redensarten rund ums Glück sind allseits bekannt. Aber wie kamen sie eigentlich zustande?

„Glück im Unglück“

Die beliebte Redewendung findet ihren Ursprung im alten China: Sie stammt aus einer bekannten Parabel aus dem Huainanzi, einem historischen Werk der chinesischen Philosophie, etwa aus dem 2. Jh. v. Chr. Die Parabel erzählt von einem Mann, dessen Pferd entläuft – wodurch auch ein wichtiger Teil seines Lebensinhaltes und Besitzes verloren geht und woran das Herz des Mannes zerbricht. Doch später in der Geschichte findet das Tier – gemeinsam mit weiteren Artgenossen – den Weg zurück nach Hause. Nun hatte der Mann nicht nur sein Pferd zurück, sondern eine ganze Herde. Die Erzählung geht noch weiter, doch hier wird bereits klar: Der Mann hatte Glück im Unglück.

„Mehr Glück als Verstand“

Wem diese Redensart zu Ohren kommt, der ist wohl haarscharf einer brenzligen Situation entkommen. Oder auch: Eine Gefahr, die durch das eigene, sorglose Verhalten entstanden ist, konnte im letzten Moment und durch enormes Glück gerade noch abgewendet werden. Das Resultat: Die Person wird durch ihr leichtfertiges Handeln nicht mit Unglück bestraft, sondern mit Glück belohnt. Kurz gesagt, das Glück kompensiert den Mangel an Verstand. Zurückzuführen ist die Redensart auf Anfang des 17. Jahrhunderts und das damalige Sprichwort „Das Glück die Weisen verjagt, den Narren nichts versagt“ – heute wird es in umgangssprachlicher, eingekürzter Form verwendet.

„Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“

Auch die alten Römer beschäftigten sich mit dem Thema Glück: In einem Gedicht vom römischen Konsul Appius Claudius Caecus, etwa 300 v. Chr., stammt eine der bekanntesten Redewendungen. Bis heute wird das Sprichwort dazu genutzt, zu verdeutlichen, dass alle Menschen für ihr Glück selbst verantwortlich sind. Statt sich also auf Zufall oder die Hilfe anderer zu verlassen, soll man das Glück lieber direkt selbst in die Hand nehmen.

„Glück und Glas, wie leicht bricht das“

Bereits 1 v. Chr. verfasste der römische Mimen-Autor Publilius Syrus die lateinischen Zeilen „Fortuna vitrea est: tum, cum splendet, frangitur“. Zu Deutsch bedeutet das etwa „Glück ist aus Glas: Dann wenn es glänzt, zerbricht es auch“, woraus später die einprägsame Kurzversion wurde. Auch heute wird sie noch genutzt, um zu verdeutlichen, wie endlich das Glück ist: Es kann genauso schnell gehen, wie es gekommen ist.

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Zuerst erschienen auf www.skl.de 

Bildnachweise ©AdobeStock ©GKL

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